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Fromme Stiftung mit Markelsheimer Gütern

Die Bedeutung des Stiftes Neumünster/Würzburg für die Gemeinde

Der Würzburger Bischof Adalbero (1045 bis 1088) gründete um 1057 das Stift Neumünster neben dem Dom. Beteiligt an der Stiftung waren noch die Königin Richeza aus Polen und Emehard von Rothenburg-Komburg, nämlich dieser Emehard, der von Kaiser Heinrich II. in einem Diplom vom 10. Juli 1054 Güter an verschiedenen Orten des Jagst- und Taubergaus erhielt.

In Richiza und Emehard gewann der Gründer Bischof Adalbero reiche und opferwillige Helfer. Diese Urkunde gilt als älteste und einzige Kaiserurkunde des Stifts. Als wahrscheinlich gilt, das Emehard Markelsheimer Güter als Grundausstattung einbrachte.

Erstmals wird urkundlich 1130 das Stift Neumünster von Würzburg als Grundbesitzer in Markelsheim erwähnt. Es heißt:

"Bruno, Probst des Stifts Neumünster in Würzburg, verkündet, dass Kuneza, eine Frau freien Standes, mit Richard, einem Lehensmann des Stifts, in die Ehe trat und dabei eine fromme Stiftung machte mit Markelsheimer Gütern. Sie verwandelte ihre Freiheit in Zinsrecht und schenkte sich auf den Altar des Heiligen Kilian im Stift Neumünster. Als Laienzeugen werden genannt: Willehalmus, scultetus de Retersheim Richardus, Erkenbertus de Jgersheim, Conradus des Marcoltesheim, Ganno de Marcoltesheim, Hecho scultetus de Marcholtesheim."

Die politischen Verhältnisse dieser Zeit zeigen im Reich den Kaiser Lothar (1125 bis 1137), Embrico, Fürstbischof von Würzburg und Lehensherr von Ganno und Hecho de Marcholtesheim.

Durch Kaiser Lothars Vorgänger Heinrich V. (1106 bis 1125) hatte der Bischof für das ganze Gebiet seiner Diözese weitgehende herzogliche Rechte eingeräumt erhalten, die ihn als obersten Gerichtsherrn darstellen. Sein geistlicher Sprengel reichte damals vom Thüringer Wald bis südlich nach Heilbronn und Schwäbisch Hall, anderseits von Aschaffenburg bis nahe an Bamberg.

Mit der Ausübung des richterlichen und verwaltungsgemäßigen Amtes im Taubertal waren wohl schon um diese Zeit die 1150 zum ersten Mal genannten Herren von Weikersheim als Centherren betraut, die schon gleich nach 1178 nach ihrer neuen Burg immer häufiger als Herren von Hohenlohe bezeichnet werden.

Im ältesten Kopialbuch des Stifts Neumünster ist der Ort Markelsheim an erster Stelle genannt und bereits 1144 als bedeutend nachweisbar:

Urkunde "1144. Januar 10"

"Im Namen der hl. Dreifaltigkeit, Ich Embricho, von Gottes Ganden treuer Diener Würzburgs, der weiß, dass keine von den Wohltaten, die Reiche und Arme der Kirche erbringen, vom Zeugnis der Schriften ausgeschlossen werden, hoffe, dass die Wohltaten an der Auferstehung Anerkennung finden. Ich gebe bekannt, dass der Mansionarius Hecho, der bei jenen Brüdern im Neumünster ist, seine Güter in Markelsheim zur Heilung seiner Seele an den Altar des hl. Johannes in eben diesem Neumünster freiwillig übergibt, mit folgender Abrede: Nach seinem Tod solle seine Frau Methild an seinem Geburtstage den Brüdern 30 Denare bezahlen, falls sie von jenen gut behandelt worden ist. Nach deren Tod solle derjenige, der jeweils der Nächste aus der Sippe des Mannes hervorgeht, bei gleichguter Behandlung seitens jener Brüder, ihnen 5 Denare an den einzelnen Geburtstagen beider bezahlen. Zur Bestärkung dieser Übergabe lässt uns diesen Brief schreiben und besiegeln, so dass derjenige, der die vorgenannten Abmachungen bricht, sowohl körperlich, als auch seelisch bestraft wird."

Dies geschah 1144 unter der römischen Königsherrschaft des Konrad II. Um 1332 hatte das Stift seinen Besitz so stark erweitert, dass etwa dreiviertel des Häuserbestandes sowie des Grundes und Bodens ihm gehörten.

Übernahme druch den DeutschordenAls Markelsheim 1431 an den Deutschorden überging, besaß das Stift förmlich landesherrliche Rechte. Da diese Deutschorden gegenüber erneut festgelegt wurden unter Anführung alter Belege, ergibt sich aus den Neumünsterer Akten des Staatsarchivs Würzburg eine Hauptquelle für die Geschichte Markelsheim
.

Das Stift Neumünster besaß am Eingang des Ortes nahe der Tauberbrücke seinen großen Fronhof mit etwa 30 Hufen und acht Lehensgütern, den das Stift auch unter der Ordensherrschaft beibehielt. Bis Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Fronhof fast immer von einem Kanoniker verwaltet, von da an nur noch durch einen Laien. Ost war eine Klärung der Rechtsverhältnisse zwischen Stift und Orden notwendig.

Wegen seiner außerordentlich reichen Besitzungen an Häusern, Feldern, Weinbergen, Wäldern und Rechten wurde ein eigener Amtshof für den Stiftsvogt eingerichtet. Er saß auf dem "Fronhof", um die Güter zu bebauen, zu verpachten, Zins und Zehnt einzunehmen, die Instandhaltung der Felder und Gebäude zu überwachen. Der Fronhofer übernahm die ganze Bewirtschaftung in eigenem Betrieb, strich sämtliche Einnahmen ein und war dafür verpflichtet, eine jährlich sich gleichbleibende Menge (= einen "Canon") an Geld, Getreide und Wein ans Stift abzuliefern.

1302 wird ein "Gerhardus advocatus" (Stiftshof, Fronhofer) als erster Amtmann genannt. Einen weiteren bedeutenden Stützpunkt hatte das Stift im Flecken Bachmühle, der "Oberen Mühle" genannt sowie weiteren Grundeigentum wie Wiesen und Äcker.